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ING-DiBa Austria Redaktionsservice
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Der Nebenjob

So funktioniert es: Was man beim Zusatzverdienst beachten muss.

Nr. 27, 20. August 2012

Zu einem zusätzlichen Einkommen sagen wenige „Nein“. Für „Working Poors“, die trotz Erwerbstätigkeit arm sind, ist ein weiterer Job fürs wirtschaftliche Auskommen sogar unerlässlich. Damit es aber zu keiner Kollision zwischen Haupt- und Nebenjob kommt, gilt es einige Regeln zu beachten.

Fleißig im Nebenjob

Die Österreicher sind fleißig, wenn es um Nebenjobs geht. Laut ING International Survey versuchen mehr als 30% der Österreicherinnen und Österreicher ein zusätzliches Einkommen zu lukrieren. Sie sind bereit, dafür mehr Arbeit in ihrer Haupterwerbstätigkeit zu übernehmen oder sich einen zweiten Job zu suchen. Mehr Interesse an einem zusätzlichen Einkommen gibt es europaweit nur in Polen und in der Türkei. Diese Einstellung bestätigt die Arbeitsmarktstatistik der Statistik Austria für das 1. Quartal 2012. Jeder Arbeitnehmer verbringt pro Woche durchschnittlich 11,9 Stunden mit seiner zweiten Tätigkeit. Bei Männern sind es sogar 13,5 Stunden, während es bei Frauen immerhin 9,7 Stunden sind.

Die Grafik zeigt, wie viele Stunden die Österreicher im Schnitt pro Woche arbeiten.
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Was ist erlaubt?

Per se ist ein Nebenjob nicht verboten. Er kann allerdings dienstvertraglich oder laut Kollektivvertrag grundsätzlich verboten sein. Besteht keine derartige Regelung, muss sich der Hauptarbeitgeber mit einem Nebenjob dennoch nicht einverstanden sein. Hauptgrund für eine Untersagung der zusätzlichen Arbeit ist das Konkurrenzverbot, das im aufrechten Arbeitsverhältnis gilt. Darunter fallen zum Beispiel Jobs im selben Geschäftszweig oder Arbeitnehmer, die dem Arbeitgeber Konkurrenz machen, indem sie selbständig die gleichen Leistungen anbieten. Ob die Nebenbeschäftigung tatsächlich zulässig ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

Mit offenen Karten spielen

Auch wenn es nicht unbedingt ausdrücklich vorgesehen ist: Auf der sicheren Seite ist man jedenfalls, wenn man den Arbeitgeber informiert und sich vor allem seine Zustimmung schriftlich bestätigen lässt. Zur Sicherheit auch für eine ehrenamtliche Tätigkeit. Denn im Ernstfall, also wenn eine Zustimmung nötig gewesen wäre, ist eine nicht genehmigte Nebentätigkeit ein Entlassungsgrund wegen Vertrauensunwürdigkeit.

Zeitliche Beschränkung

Auch bei einem Zweitjob ist man an unterschiedliche Vorschriften gebunden, die vor allem dem Schutz des Arbeitnehmers dienen (sollen). So dürfen beide Jobs zusammen die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit nicht überschreiten.

Achtung bei den Abgaben

Über ein zusätzliches Einkommen müssen nicht nur der Arbeitgeber, sondern auch andere informiert werden, da Abgaben anfallen können. Dazu gehören:

Sozialversicherung:

  • Bestehen mehrere Teilzeitjobs (nicht geringfügig) nebeneinander, sind die Arbeitgeber für die Bezahlung der Sozialversicherungsabgaben verantwortlich.
  • Ist der Nebenjob ein Geringfügigkeitsjob, werden sämtliche Einkommen zusammengerechnet, wodurch oft die Geringfügigkeitsgrenze überschritten wird. Die daraus entstehende zusätzliche Sozialversicherungspflicht muss vom Arbeitnehmer aus der eigenen Tasche beglichen werden.
  • Bei einem Verdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze (derzeit 376,26 Euro pro Monat) kann sich jeder freiwillig pensions- und krankenversichern. Für die Unfallversicherung ist auch bei einer geringfügigen Beschäftigung der Arbeitgeber verantwortlich.
  • Selbstständige müssen sich selbst um Sozial- und Unfallversicherung kümmern.

Steuer:

  • Lohnsteuer:
    Arbeitgeber sind verpflichtet, einen Lohnzettel an das Finanzamt zu senden. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Arbeitgeber, wird er vom Finanzamt aufgefordert, eine Arbeitnehmerveranlagung durchzuführen. Sie bildet die Basis für die Steuerpflicht.
  • Einkommenssteuer:
    Selbstständige oder freie Dienstnehmer müssen im Rahmen des Jahresabschlusses eine Einkommenssteuerklärung abgeben.

Die geltenden Grenzbeträge ändern sich jährlich, deshalb ist es wichtig, sich stets zeitnah zu informieren. Die aktuellen Daten bietet der Hauptverband der Sozialversicherungsträger unter www.sozialversicherung.at.
An dieser Stelle ein Tipp: Da für die Steuerpflicht das Gesamtjahreseinkommen aus allen Erwerbstätigkeiten zusammengezählt wird, rutscht das Einkommen aus der Zweittätigkeit oft in eine höhere Steuerklasse, was den Verdienst erheblich schmälert. Es ist also durchaus sinnvoll zu kalkulieren, ob sich die zusätzliche Arbeit tatsächlich rechnet bzw. der Verdienst auch den Erwartungen entspricht.

Freiheiten in der Pension

Manche Pensionisten wollen gerne nach Pensionsantritt weiter arbeiten. Sei es, dass sie eine sinnvolle Aufgabe suchen oder ihre Bezüge gerne aufbessern möchten. Erlaubt ist in jedem Fall der Zuverdienst ohne Kürzung des Pensionsbezugs bei ASVG-Pensionisten bis zur Geringfügigkeitsgrenze. Unbeschränktes Dazuverdienen ist möglich, wenn eine normale Alterspension besteht, also keine vorzeitige Alterspension oder Invaliditätspension. Bei Beamten kann es individuell anders geregelt sein. Über die Zusatzarbeit muss die Pensionsversicherungsanstalt dann informiert werden, wenn sie für die Bezugsberechtigung wesentlich ist, weil z.B. eine Ausgleichszulage besteht.

Eigene Grenzen beachten

Eines ist bei mehreren Jobs unerlässlich: Auf die eigenen Grenzen zu achten. Denn konstante Überforderung und permanenter Stress können zu gesundheitlichen Problemen führen. Es sollte daneben immer ausreichend Zeit zur Erholung und für private Zwecke bleiben.

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Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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