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Auszeit vom Job

Einfach weg sein: Möglichkeiten der geplanten Freiheit.

Nr. 27, 20. August 2012

Windelnwechseln oder Doktorarbeit, akute Erkrankung eines Angehörigen oder Weltreise –ein zeitlich befristeter Ausstieg aus dem Job mit der Option auf Rückkehr ist hier angebracht. Allerdings sind je nach Grund für die Jobpause die gesetzlichen Regelungen anders.

Zeit für ein Baby

Besonders detailliert sind die Vorschriften bei der Elternkarenz, auf die ein gesetzlicher Anspruch besteht. Ein Elternteil alleine kann maximal 30 Monate Kinderbetreuungsgeld beziehen, dem Partner stehen in diesem Fall weitere 6 Monate zu. Der Arbeitgeber muss die Elternkarenz bis zum vollendeten 24. Lebensmonat des Kindes gewähren, ist aber währenddessen von der Bezahlung des Gehalts entbunden. Dennoch bleibt der Arbeitsvertrag aufrecht, und der Arbeitnehmer kann nach Zeitablauf wieder zurückkehren. Einer Kündigung während der Karenz muss das Arbeits- und Sozialgericht zustimmen. Bezieher von Kinderbetreuungsgeld sind krankenversichert, und diese Zeit wird auch als Beitrag für die Pensionsversicherung gerechnet. Für freie Dienstnehmer ist keine Karenz vorgesehen.

Bezug des Kinderbetreuungsgelds

Karenzbezieher erhalten während dieser Zeit Kinderbetreuungsgeld. Je nach der gewählten Variante gibt es eine Pauschalleistung oder einen einkommensabhängigen Betrag in Höhe von maximal 80% der Letzteinkünfte (maximal 66,- Euro täglich).

Der Papa-Monat

Im öffentlichen Dienst gibt es bereits einen sogenannten Papa-Monat, damit Väter in den ersten zwei Monaten nach der Geburt eines Kindes maximal vier Wochen zu Hause bleibenkönnen. Diese Auszeit ist allerdings unbezahlt. In der Privatwirtschaft wird diese Möglichkeit vielerorts bereits geboten, eine verpflichtende Einführung dieser Möglichkeit wird derzeit politisch heiß diskutiert.

Familienhospizkarenz

Ist ein Kind schwerst erkrankt oder liegt ein Familienangehöriger im Sterben, kann Familienhospizkarenz beantragt werden. Diese besteht entweder in einer Reduktion bzw. Änderung der Arbeitszeit oder einer kompletten Freistellung. Der Arbeitgeber muss schriftlich über diesen Schritt informiert werden. Die maximale Dauer für die Familienhospizkarenz beträgt sechs Monate bei Sterbebegleitung und neun Monate bei schwerstkranken Kindern. Zum besonderen Schutz ist bis zu vier Wochen nach Ende der Familienhospizkarenz eine Kündigung nur nach Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichtes rechtswirksam. Während der Karenzierung bleibt die Kranken- und Pensionsversicherung aufrecht. Urlaubsansprüche und Sonderzahlungen werden aliquotiert. Um einen vollständigen Einkommensausfall abzufedern, gibt es die Möglichkeit eines Familienhospizkarenz-Zuschusses für einkommensschwache Familien.

Sonstige Auszeiten

Egal ob einfache Auszeit oder Bildungsurlaub, Erholung bei Burn-out-Gefahr oder Abschluss eines Postgraduates: Eine geplante Jobpause unterliegt zahlreichen Vorschriften und muss sorgfältig geplant werden. Ebenso besteht während dieser Zeit auch kein Kündigungsschutz, außer er wurde ausdrücklich vereinbart.

Gut verhandeln

Auf eine Freistellung, in welcher Form auch immer, besteht kein Rechtsanspruch, sie kann aber in der Betriebsvereinbarung geregelt sein. Das heißt: Der Arbeitgeber muss von der Sinnhaftigkeit überzeugt werden. Je nach Firmenkultur und Größe des Unternehmens kann es leicht, schwer oder unmöglich sein. Deshalb sollte dieses Gespräch gut vorbereitet werden, mit Lösungen für Gegenargumente und einer Auflistung der für das Unternehmen daraus entstehenden Vorteile.

Die Bildungskarenz

1998 eingeführt, ist die Bildungskarenz Verhandlungssache zwischen den

Arbeitsvertragspartnern, obwohl sie in ihrer Gestaltung gesetzlich geregelt ist. Auch freie Dienstnehmer können Bildungskarenz in Anspruch nehmen. Für öffentlich Bedienstete bestehen individuelle Sonderregelungen. Zu den allgemeinen Voraussetzungen zählen:

  • eine Beschäftigungsdauer von mindestens 6 Monaten
  • Dauer der Karenz von mindestens zwei bis maximal 12 Monaten
  • eine Aufteilung auf 4 Jahre mit je zwei Monaten Bildungskarenz ist möglich
  • mindestens 20 Wochenstunden Weiterbildung (ev. 16 Stunden bei Betreuung von unter 7-jährigen Kindern)
  • frühestens nach vier Jahren kann eine weitere Bildungskarenz beantragt werden

Unterstützung durch Weiterbildungsgeld

Während der Bildungskarenz besteht die Möglichkeit des Bezugs von Weiterbildungsgeld. Es entspricht der Höhe des Arbeitslosengeldes und unterliegt den gleichen Bezugsbedingungen (Mindestmaß an arbeitslosenversicherungspflichtigen Beschäftigungen). Das Weiterbildungsgeld wird bei dem für den Wohnsitz zuständigen AMS beantragt. Es besteht Kranken- und Unfallversicherungsschutz. Die Zeit der Bildungskarenz zählt für die Bemessung der Kündigungsfrist oder des Urlaubsausmaßes nicht mit. Sonderzahlungen und Urlaubsansprüche werden aliquotiert. Die Bildungskarenz verbraucht trotz Bezugs des Weiterbildungsgeldes nicht die Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung. Ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze ist möglich. In Diskussion steht derzeit die Einführung einer Bildungskarenz auf Teilzeitbasis.

Auszeit von der Arbeit

Die freie Auszeit ist mit keinen inhaltlichen Pflichten verbunden. Sie kann für Reisen, Erholung oder auch soziale Projekte genutzt werden. Allerdings besteht kein Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Deshalb sollte jeder, der nicht über ein ausreichendes finanzielles Polster verfügt, eine konkrete Vereinbarung mit dem Arbeitgeber treffen. Eine übliche Lösung ist die Einrichtung eines sogenannten Langzeitkontos, auf dem Urlaubsansprüche, Überstunden und auch Gehalt angespart werden. So kann über mehrere Jahre regelmäßig weniger Gehalt ausbezahlt und der Differenzbetrag dann im Rahmen der Auszeit ausgeschüttet werden. So bleibt ein regelmäßiger Gehaltsbezug aufrecht.

Vorbereitet für die Zeit danach

Nicht immer verläuft die Rückkehr in das Unternehmen unproblematisch. Wichtig ist es daher, sich einen Plan B zurechtzulegen, wenn es im alten Job nicht mehr klappen sollte.

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Pressekontakt

Patrick Herwarth

Pressesprecher
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